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GROSSE*FUGE

Das Projekt

Die Aufnahme eines Wasserfalls bildet auch im fünften Teil des monumentalen Musikstücks “Katharsis” die Basis für ein ganzes Universum an Tönen und Klängen - teilweise frei schwebend, teilweise dem Puls des Wasserrauschens folgend. Anknüpfend an das Tanztheater *Katharsis schickt Bert Gstettner sein Ensemble schlaglichtartig durch Günther Rabls raumakustische Inszenierung der Grossen*Fuge. Die Choreographie zur Grossen Fuge wurde in der Halle 1030 TanzHalleWien, einer alten Reit- und Sporthalle, auf ca. 600 m2 Fläche uraufgeführt. Tänzer, Klang und Publikum verschmelzen in der Aufführung zu einem Ganzen.

Die Große*Fuge ist kein Auszug aus *Katharsis, sondern ein eigenständiges choreographisches Werk. Es besteht gleichwohl die Möglichkeit der Kombination mit *Katharsis, aber auch mit einem anderen Stück.

Uraufführung 16. Oktober 2002, TanzHalleWien
Dauer: 40 min.

Das Team

Choreographie Bert Gstettner    Musik, Klangregie Günther Rabl
   
Klangregie, Assistenz Florian Bogner, Lisa Rozman     Raumbühne Gernot Sommerfeld, Bert Gstettner   Kostüm Renée Diamant   Licht Klaus Greif   Tanz Stephanie Cumming, Tanja Pastonjicki, Doris Reisinger, Bert Gstettner, Dominik Mayrhofer-Grünbühel, Alexander Strauß, Filip Szatarski

Die Musik

Katharsis
Die Aufnahme eines Wasserfalles bildet die Grundlage für alle Teile der Komposition: aber nicht nur als Klangmaterial, sondern vor allem auch als unerschöpfliches Reservoir an Formen und Verläufen, die mit verschiedenen Analyseverfahren daraus abgeleitet werden können.

5. Teil - Grosse Fuge
Auf einem flächigen Klangerzeuger (einer Metallplatte zum Beispiel, einem Gong oder einem Tamtam) könnte ein geübter Musiker mit einem Geigenbogen hunderte von verschiedenen Tönen und Klängen hervorbringen. So ein Modell liegt der Grossen Fuge zugrunde - nur, daß es nicht ein Geigenbogen ist, der die Töne evoziert, sondern wiederum das Wasserrauschen: Gläsern, metallisch, hauchartig schichten sich die Töne übereinander, teilweise frei schwebend, teilweise dem Puls des Wasserrauschens folgend. In großen mehrdimensionalen Wellen durch alle acht Lautsprechersysteme bauen sich nach und nach immer dichtere Schichtungen auf, in denen der Gesamtklang der Fläche spürbar wird.

Günther Rabl

Die Presse

Choreografie, in den Raum gestellt
“Nun kommt die große Halle zur Geltung, das Geschehen spielt sich auf einer breiten Kreuzbahn ab. Auf dieser rasen die sechs Tänzer hin und her, füllen den luftigen Klangraum in der Horizontale wie in der Vertikale, präsentieren sich auf Stelzen oder am Seil hängend. Vor allem aber sind es die ungemein ideenreich choreografierten, puristisch ausgeführten Tanzpassagen, die in diesem Konglomerat aus extremer Bewegung und stiller Form beeindrucken.”
Ursula Kneiss, Der Standard, 19./20.10.2002

“ (...) Als befände sich ihre natürliche Körpersprache in Konflikt mit der Künstlichkeit des Ambiente - und das ist eine weitere interessante Komponente in einem Stück, das vor allem aufgrund seiner Bilder im Gedächtnis bleibt - die Kletterszenen an der Wand, der Riese auf Stelzen, die wurmartigen Robben auf dem Boden und die extraterrestrische Atmosphäre, die diesem Stück die Substanz verleiht.”
tanz.at, Oktober 2002