MEDUSA*ODE

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Mythos, Schiffbruch und aktuelle Ereignisse berühren sich in der Choreografie, in der 'Ode on Medusa'. Théodore Géricaults historisches Gemälde ‘Das Floss der Medusa’ wird zum Spiegelbild der Gegenwart.

 Von und mit Bert Gstettner, Hannes Mlenek und Günther Rabl.

„das haupt der medusa verkörpert das unermessliche grauen das in sich selbst 
 aufzufinden jede person fürchtet - durch das haupt ist der schauder nach aussen
gewendet und dadurch vielleicht im spiegel bannbar“ (rfh)

Wie schon in der ersten Realisierung Medusa*Expedit, schwingt im Titel des Stücks Medusa*Ode der Bezug zum Aufführungsort mit. Aus der anfänglichen Expedit-ion in der riesigen Halle der ehemaligen Anker Brotfabrik, wird nun im magischen Ambiente des Odeon Theaters die "Ode On Medusa" gezeigt. Die aus unterschiedlichen Sparten kommenden Künstler Gstettner (Choreografie, Performance), Mlenek (Bilder, Performance) und Rabl (Musik, Komposition) setzen ihre jeweiligen Ausdrucksmittel in Beziehung zueinander und geben eine alle Sinne fordernde Performance.

 Theaterpremiere 11. März und 2. Vorstellung 12. März 2016 jeweils 20.00 Uhr im Odeon | Taborstraße 10, 1020 Wien


Fotos: Bernd Uhlig, Wien 2016

Im Mittelpunkt unserer getanzten, gemalten und musikalischen Ode steht die Geschichte der wahren Begebenheiten um den Schiffbruch der ‘Fregatte Medusa‘ von 1816, vor der Küste von Westafrika und deren malerische Entsprechung und Aufarbeitung im Gemälde des französischen Malers Théodore Géricault – ‘Das Floß der Medusa’.

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Medusa*Ode geht jedoch über den rein geschichtlichen Vorfall hinaus und folgt weiter dem Mythos von Medusa in seine Entstehung hinein, zum Schicksal der schaurigen Gorgone und des mit ihrem schön-schrecklichen Erscheinungsbild verbundenen Abwehrzaubers.

Medusa*Ode berührt und verbindet so den schicksalhaften Mythos, das systembedingte menschliche Scheitern im historischen Schiffbruch und die gegenwärtigen tragischen Begebenheiten der Flüchtenden übers Meer – mit hoffnungsvollem Ausblick in eine mögliche Zukunft.


Fotos: Bernd Uhlig | 3. Foto: Heinz Zwazl, Wien 2016

PRESSE

„Théodore Géricaults Bild ‚Das Floß der Medusa’ ist die Grundlage für seine Auseinandersetzung mit dem aktuellen Thema des Schiffbruchs, nicht nur im wahrsten Sinn des Wortes, sondern auch als Metapher für die Tagespolitik. (...) Gstettner demonstriert einmal mehr seine künstlerische Handschrift, die ihn und sein Schaffen seit 1992 unverwechselbar macht. Selten sind jene Performances geworden, die sich diesen inszenatorischen Aufwand noch leisten können und wollen.“ Verena Franke, Wiener Zeitung 15.3.2016 | online>>>

„Sie hat viele Gesichter, sie verbirgt ihr schreckliches, von Schlangen umzüngeltes Haupt hinter Masken: Medusa, eine der drei Töchter antiker Urgötter, beschäftigt Künstler seit Jahrtausenden. Nun widmet ihr Bertl Gstettner – in Zusammenarbeit mit dem Maler Hannes Mlenek – seine neue Choreografie: ‚Medusa*Ode’. Sehenswert (...).“ Karlheinz Roschitz, Kronen Zeitung 13.3.2016

„Das große Kino mit dem von den nahezu nackten Körpern der beiden Performer angetriebenem über den Bühnenraum rasenden Schiff – vom Nebel umwallt, im Sturm berstend, die Matrosen fast erschlagend, von Asche beregnet – ist nur der besonders eindrucksvolle Teil eines Bildertheaters wie es heute kaum noch zu sehen ist. Am Ende ist Medusa nach Afrika übersiedelt, sitzt in ihrem Kabäuschen, singt und weihräuchert den Raum. Das Schmunzeln scheint erwünscht. Alles wird gut.“ Ditta Rudle, Tanzschrift 11.3.2016 | online>>>

„Bert Gstettner hat den Künstler Hannes Mlenek und den Musiker Günther Rabl eingeladen, mit ihm an dem Bühnenwerk ‚Medusa*Ode’ zu abeiten (...). Géricaults Gemälde ist nicht nur ein ästhetisches Gourmetstück, sondern auch eine Reaktion auf die Debatten und den Regierungsskandal, die das Unglück nach sich zog. Denn das eigentliche Drama des Debakels ist seine Ursache: eine Mischung aus Inkompetenz und Selbstherrlichkeit, die allein – und nicht etwa ‚schicksalshafte’ Unbilden der Natur – zur Folge hatte, dass das Schiff auf Grund lief. Wie sehr das mit unserer politischen und wirtschaftlichen Gegenwart übereinstimmt, ist faszinierend. Verblüffend, dass diese Metapher nicht schon längst durch alle Medien segelt.“ Helmut Ploebst, Vorschau derStandard 11.3.2016 | online>>>


Fotos: Bernd Uhlig, Wien 2016

TEAM

CHOREOGRAFIE, RAUMBÜHNE, PERFORMANCE1 Bert Gstettner
RAUMINSTALLATION, BILDER, PERFORMANCE
Hannes Mlenek 
KOMPOSITION, AKUSTISCHE INSZENIERUNG2
Günther Rabl

  LICHT Klaus Greif | STAGING Noemi Fischer | TONTECHNIK Klaus Gstettner | STIMME3 AUF BAND Lilly Prohaska
KOSTÜM SUPERVISION4
Hanna Adlaoui Mayerl | MITARBEIT Reinhard F. Handl | HOSPITANZ Claudia Engel
VIDEO, DOKU
Ulrich Kaufmann, Sigrid Friedmann | ORGANISATION Claudia Bürger
PRODUKTION
Tanz*Hotel / Art*Act Kunstverein
MIT FREUNDLICHER UNTERSTÜTZUNG
WienKultur, Wien Leopoldstadt, Bildrecht GmbH, NÖ Kultur

1Performance unter Einbeziehung zweier Lieder: O Cessate di Piagarmi (Allessandro Scarlatti, 1660-1775). There is a Balm in Gilead (trad. African-American Spiritual)
2Ausschnitte aus der elektroakustischen Komposition GAMMA auf der Basis von Aufnahmen der japanischen Koto-Spielerin Chieko Mori sowie einer bislang unveröffentlichten Improvisation mit Chieko Mori koto, Michael Galasso violin, Frank Colon percussion (recorded at The Looking Glass Studio, Broadway, N.Y. 2001)
3Textauszüge aus 'Der Schiffbruch der Fregatte Medusa' (Tatsachenbericht von J.B. Heinrich Savigny und Alexander Corrèard, 1816/17)
4Die Kostüme und Masken wurden gemeinsam von Devi Saha und Bert Gstettner in der Vorproduktion Medusa*Expedit entwickelt. Die Medusa-Maske ist auf Basis eines Gesichtsabdruckes, hergestellt von Vesna Tusek, entstanden.

WienKultur | www.bildrecht.at | NÖ Kultur 

      

Dokumentation Medusa*Expedit>>> | Text- und Fotoreportage zu Medusa*Expedit, DerStandard Rondo>>>